Kampfkunstakademie Hannover
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Der Sifu-Titel

 

Welche Bedeutung hat der Sifu-Titel?



In der IDVTA wird der traditionelle Sifu-Titel nicht, wie vielleicht anderenorts üblich, an jeden vergeben, der unterrichtet. Sifu bedeutet nicht Lehrer oder Trainer und stellt auch keine Graduierung dar. Der Sifu-Titel ist ein besonderer Ehrentitel. Sifu heißt übersetzt "väterlicher Lehrer" und liegt in der chinesischen Familientradition des Dynamic VingTshun begründet. Sifu zu sein bedeutet eine besondere Verantwortung zu übernehmen.

 

Voraussetzungen um Sifu zu werden:



Um selbst Sifu zu werden, müssen zunächst bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Sifu wird jemand, der vom eigenen Lehrer vorgeschlagen wird und sich in der Vergangenheit als verlässlich und charakterfest gezeigt hat und sich um das DVT verdient gemacht hat. Jemand der Sifu wird ist normalerweise mindestens 10 Jahre in der DVT-Familie. Überdies muss man den 2. Lehrergrad DVT seit mindestens einem Jahr besitzen. Überaus wichtig ist vor allem auch, dass man viel Unterrichtspraxis und mindestens 50 eigene Schüler nachweisen kann. Man muss mindestens einen eigenen Schüler bis zum 1. Lehrergrad DVT gebracht haben, was sehr viel Geduld und Einfühlungsvermögen erfordert. Alternativ ist es auch möglich, dass zwei eigene Schüler den 12.Schülergrad DVT erreicht haben.

Sifu oder Si-Fu ?



Für dasselbe Wort unterscheidet man zwei verschiedene Schreibweisen. Einmal mit und einmal ohne den Bindestrich. Si-Fu bezeichnet den persönlichen Lehrer, diesen darf der Schüler auch nur mit Si-Fu ansprechen. Sifu ohne den Bindestrich bezeichnet alle anderen Sifus, die nicht der direkte Lehrer von einem sind. Sifu steht somit für den Titel an sich. Wenn man einen Sifu anspricht, der nicht dessen Lehrer ist kombiniert man die Anrede Sifu stets mit Vor- oder Nachname.

Die Aufgaben und Verantwortung eines Sifu´s



Als Sifu trägt man eine besondere Verantwortung für seine Schüler (To-Dai), wie ein Vater für seine Kinder. Jedoch soll ein Sifu keinesfalls die eigenen Eltern oder Verwandten ersetzen. So etwas geschieht allenfalls in einer Sekte. Die IDVTA will sich von solchen Ansinnen bewusst distanzieren. Die Verantwortung eines Sifus bezieht sich, nach chinesischer Auffassung, nicht nur auf das Unterrichten des Schülers im DVT, also auf die rein körperlichen Aspekte, sondern ebenfalls auf die Erziehung des Schülers. Ziel ist die Stärkung und Ausbildung seines Charakters sowie eines höflichen und respektvollen Benehmens.

Ein Sifu ist nicht „nur“ Lehrer der Kampfkunst, sondern schenkt seinen Schülerinnen und Schülern auch bei ihren persönlichen großen und kleinen Problemen des Alltags ein offenes Ohr. So ist der DVT-Unterricht viel mehr als nur Kampfkunst: Er ist auch eine Art Lebensschule, die dazu beiträgt, dem Schüler in seinem Leben eine Richtung zu geben. An seiner geistigen und mentalen Entwicklung mitzuwirken und ihm so eine Stütze im Leben zu sein.

Die Beziehung zwischen Schüler und Sifu ist deshalb eine sehr kraftvolle Bindung, die ähnlich wie in einer Familienbeziehung (Eltern-Kinder) eine stark prägende Auswirkung auf den Menschen ausübt. Diese Vorbildfunktion muss dem Sifu bewusst sein, damit er seine Verantwortung dem Schüler gegenüber erkennt und sich dem entsprechend verhalten kann.

Schüler(innen) beobachten sehr genau was der Lehrer sagt, welche Meinung er vertritt und wie er sich in bestimmten Situationen verhält. Daher sollte ein Sifu ständig an sich arbeiten und seine positiven Charaktereigenschaften auf die Schüler übertragen. Von den Schülern wird der Sifu als Idol oder Vorbild angesehen und man schenkt seinem Lehrer viel Vertrauen; dieses Machtpotential darf vom Lehrer nicht negativ ausgenutzt werden, ein guter Sifu sollte seine Schüler nicht enttäuschen.

Zweifelsohne ist ein Sifu auch bloß ein Mensch und hat wie jeder andere auch seine Stärken und Schwächen. Ein Sifu kann auch mal einen Fehler zu geben, dadurch beweist er Stärke und zeigt seinen Schülern, dass auch ein Sifu nicht immer perfekt ist, aber stets bemüht ist an sich zu arbeiten und fehlerhaftes Verhalten zu vermeiden. So lernt auch der Schüler seine Fehler zu suchen und zu erkennen, damit er sie überwinden kann. Sifu zu sein, im chinesischen Sinne, ist weitaus mehr als ein Trainer im westlichen Denken.

Text: IDVTA - Sifu Christos Skantzouris

26-03-2017 | DVT-Lehrgang in Braunschweig
Sonntag 10:00 - 13:30 UhrWeitere Informationen und Anmeldungen bei Sifu Christo [mehr...]
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